Calwer Passage

Für die Neugestaltung der Calwer Passage wurden die oberen Bereiche eines Gebäudes aus den 1970er Jahren durch einen bis zu siebengeschossigen intensiv begrünten Neubau ersetzt. Die Untergeschosse blieben zum Teil erhalten. Der langgestreckte Baukörper ist ca. 27 m hoch und 133 m lang. Über dem Erdgeschoss befinden sich sechs Obergeschosse (fünf Vollgeschosse und ein Staffelgeschoss).

Grüne Fassade für gesundes Mikroklima

Das denkmalgeschützte Glasgewölbe der Passage zum Calwer Platz hin wurde in den Neubaukomplex integriert. Im Erdgeschoss befinden sich Ladenflächen und Gastronomie, die Untergeschosse bilden einen Teil der S-Bahn Haltestelle Stadtmitte. In den Obergeschossen liegen Wohnungen und Büroflächen.

Weil sie „beispielhaft für die Entwicklung innerstädtischer Fassadenbegrünung“ ist, so die Jury, erhielt die Calwer Passage den Materialpreis 2023.

Calwer Passage Grünfassade

Nachhaltigkeitskonzept mit Grünfassade

Die Fassadenbereiche sind großzügig verglast und mit einem Sonnen- und Blendschutz versehen. Der Fassade vorgelagert ist eine Konstruktion zur Gebäudebegrünung entlang der opaken Brüstungsbänder. Die bepflanzten horizontalen Bänder sind geschossweise übereinander angeordnet. Sie sind zum Teil untereinander durch vertikale Rankhilfen verbunden. Die Be- und Entwässerung der rund 2.000 großformatigen Pflanzgefäße ist in die Konstruktion integriert und dient gleichzeitig auch als Zugang für die Gärtner zur Pflege.

Diese Grünfassade ist wichtiger Bestandteil des Nachhaltigkeitskonzepts des Entwurfs.

Podcast-Folge zum Thema „Grünfassaden“

Calwer Passage Grünfassade

Intensiv begrünte Dächer

Ergänzt werden die Grünfassaden durch eine intensive Begrünung der Dächer unter Einsatz verschiedenster Gehölze und Baumarten. Die grünen Fassaden und Dächer generieren einen „atmenden Stadtraum“ und fördern die Biodiversität im urbanen Raum.

Die Pflanzen einer Grünfassade binden CO2 und säubern die Luft. Durch intensive Begrünung wird das Mikroklima von versiegelten und überhitzten Stadträumen verbessert. Für Bauherren und Nutzer bieten Fassadenbegrünungen auch Lärmreduktion und Sichtschutz.

Bei Starkregen wiederum fungieren Begrünung und Substrataufbau als Zwischenspeicher für Wassermassen. Darüber hinaus können die Pflanzen auch lokale Feinstaubkonzentrationen reduzieren und der ansonsten zu beobachtenden sommerlichen Überhitzung von stark bebautem Gebiet (der sogenannte „Urban Heat Island“-Effekt) entgegenwirken.

Im Interview „Stuttgart wird grüner: Die neue Calwer Passage “ erläutert unser Kollege Florian Starz die häufigsten Fragen zu Konstruktion, Pflanzenauswahl und Herausforderungen der begrünten Fassade der Calwer Passage. Florian Starz war beim Projekt für die Fassadenplanung verantwortlich.

Baumpflanzung Neubau Calwer Passage

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Architektur
Ingenhoven Associates, Düsseldorf/Deutschland
Tennigkeit Fehrle Architekten, Stuttgart/Deutschland

Planungszeit
2017 − 2020

Ausführungszeit
2018 − 2023

Leistungen von Werner Sobek

  • Fassadenplanung, inkl. Grünfassaden (LPH 2 – 8)
  • Planung Versorgungstechnik und Bewässerungsanlagen der Grünfassaden
  • Planung Höhenzugang Fassaden
  • Nachhaltigkeitsberatung und DGNB-Zertifizierung

Auftraggeber
Piëch Holding, Stuttgart/Deutschland

Auszeichnungen
Materialpreis 2023

Rendering
Ingenhoven Associates, Düsseldorf/Deutschland

Fotografie
Kilian Bishop, Stuttgart/Deutschland

Biodiversität am Mittelpunkt der Stadt

Die Verwendung heimischer Mischkulturen beeinflusst die Biodiversität am Standort des Gebäudes positiv. Die Einbindung von früh- und spätblühenden Pflanzenarten verlängern die Blütezeit an der Fassade, was sich ebenfalls positiv auf die urbane Biodiversität auswirkt. Tiere und Insekten finden an der Grünfassade am geografischen Mittelpunkt von Stuttgart ein Nahrungsangebot und Brutplätze.

Calwer Passage Stuttgart Grünfassaden

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